Pressemitteilung

Migration und Flucht

Caritas weitet Hilfe an belarusisch-polnischer Grenze aus und fordert Aufnahme von verletzlichen Personengruppen in Deutschland

Sowohl die Caritas Belarus als auch die Caritas Polen versorgen die gestrandeten Migrant_innen mit Nahrungsmitteln, warmer Kleidung, Schlafsäcken und Hygieneartikeln.
In Polen sind dafür in Zusammenarbeit mit Pfarrgemeinden an 16 Orten sogenannte "Zelte der Hoffnung" aufgebaut worden. Sie stehen in der Nähe der sogenannten "Roten Zone", einem etwa drei Kilometer breiten, vom polnischen Militär abgesperrten Streifen entlang des polnischen Grenzgebietes. In Belarus verteilt die Caritas Lebensmittelpakete an rund 2000 Menschen, die in einer vom Staat dafür freigeräumten Lagerhalle provisorisch untergekommen sind.

Alle Hilfen werden in Zusammenarbeit mit den Pfarrgemeinden und großer Unterstützung aus der Bevölkerung vor Ort umgesetzt. Die katholische Kirche beiderseits der Grenze hat  zu Solidarität und Spenden für die Geflüchteten aufgerufen. Noch immer können jedoch die Menschen in der "Roten Zone" nicht versorgt werden.

Zugang für Hilfsorganisationen, Aufnahme von verletzlichen Personengruppen

Der Deutsche Caritasverband fordert, dass Hilfsorganisationen endlich Zugang zur "Roten Zone" bekommen und den Geflüchteten die Möglichkeit gewährt wird, in einem geregelten Verfahren Asyl zu beantragen: "Nur der ungehinderte Zugang für humanitäre Hilfsorganisationen in das abgesperrte Grenzgebiet verhindert, dass weitere Hilfesuchende sterben", so Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa. Mindestens 13 Menschen sind nach offiziellen Angaben im Wald zwischen Polen und Belarus bereits an Hunger, Kälte und Erschöpfung gestorben.

Vielversprechende Ansätze im Regierungsprogramm

"Wir müssen den Menschen schnellstmöglich helfen - und für besonders verletzliche Personengruppen wie Kinder, schwangere Frauen, Kranke, Verletzte und Menschen mit Behinderung heißt das, dass sie da schnell herausgeholt werden müssen", fordert Welskop-Deffaa. "Im Arbeitsprogramm der neuen Bundesregierung gibt es hierfür vielversprechende Ansätze wie eine Erhöhung der Kontingente für Resettlement und humanitäre Aufnahme. Von solchen Instrumenten soll Gebrauch gemacht werden. An der Grenze zwischen Belarus und Polen haben wir es eindeutig mit einer humanitären Notlage zu tun."